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Operative Behandlung

Eine operative Behandlung ist zu erwägen, wenn
 
  • die Anfälle so häufig und schwer sind, daß sie für den Betroffenen eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen.
  • mit verschiedenen medikamentösen Behandlungen keine entscheidende Besserung erreicht werden kann.
  • eine Besserung durch Medikamente nur durch starke Nebenwirkungen erkauft wird.
 
Für eine Operation muss der Ort festgestellt werden, an dem die Anfälle entstehen.
Dazu sind EEG-Untersuchungen über mehrere Tage notwendig. Um den Ort der Anfallsentstehung zu erkennen, müssen während der EEG-Untersuchung Anfälle auftreten. Hierzu ist es meistens notwendig, vorübergehend die Menge der Medikamente zu verringern. Eine operative Behandlung ist nur möglich, wenn die Anfälle immer an demselben Ort im Gehirn entstehen. Ein solcher Ort kann in einer Operation entfernt werden.
Epilepsie-chirurgischer Eingriff
 
 
Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist die wichtigste Zusatzuntersuchung.
Meistens ist eine Operation nur möglich, wenn man mit der Magnetresonanztomographie (MRT) eine Veränderung in der Struktur des Gehirns nachweisen kann. Eine solche Strukturveränderung kann beispielsweise eine Narbe oder Fehlbildung sein. Um eine Operation zu ermöglichen, muss der Ort der Strukturveränderung mit dem Ort der Anfallsentstehung aus den EEG-Untersuchungen identisch sein. Weitere Untersuchungsverfahren können zusätzliche Hinweise zum Ort der Anfallsentstehung geben.
Der Ort der Anfallsentstehung wird entfernt
 

Der Ort der Anfallsentstehung kann manchmal nur mit Hilfe eines operativen Eingriffs festgestellt werden.

So muß gelegentlich das EEG direkt von der Oberfläche des Gehirns aufgezeichnet werden. Hierzu ist eine Operation mit Öffnung des Schädelknochens notwendig.
In anderen Fällen muss das EEG von der Unterseite des Gehirns abgeleitet werden. Dazu werden feine Drähte durch die Wangenhaut bis unter das Gehirn geschoben. Solche Untersuchungen sind oft belastend.
 

Die Entfernung des kranken Hirngewebes darf die normale Hirnfunktion nicht stören.

Beispielsweise Sprechen, Sehen und Bewegungen finden an bestimmten Orten der Hirnoberfläche ("Zentren") statt, die für die jeweilige Funktion spezialisiert sind (siehe Abbildung rechts). Diese Orte sind gut bekannt und durch Untersuchungen beim Betroffenen genau zu bestimmen. Eine Operation an einem solchen Ort würde zu einer Störung der jeweiligen Funktion führen. Daher wird man in diesem Fall nicht operieren. Manche Funktionen sind aber auf beiden Hirnhälften zu finden, so dass nach einer Operation die nicht operierte Seite die Funktion der operierten übernimmt.
 

Der Ort, von dem die Anfälle ausgehen, ist in seinen normalen Funktionen beeinträchtigt. Zusätzliche Störungen der Funktion durch eine Operation müssen daher nicht erwartet werden.

Jede Operation bedeutet ein Risiko, das bedacht werden muss. Dauerhafte Schäden durch eine Operation sind aber selten. Bei Operationen des Temporallappens verschlechtert sich manchmal das Gedächtnis. In den meisten Fällen ist bereits vor der Operation bekannt, ob sich das Gedächtnis verschlechtern wird oder nicht. In Einzelfällen kommt es während oder nach einer Epilepsie-Operation zu unvorhersehbaren Problemen, wie etwa einer Entzündung des Hirngewebes oder einer Blutung. Manchmal bleiben davon Störungen wie Lähmungserscheinungen oder Sprachschwierigkeiten zurück.
 
 

Die Vorteile einer operativen Behandlung liegen in der Möglichkeit einer dauerhaften Anfallsfreiheit.

 
Eine Operation ist zu erwägen, wenn Medikamente nicht helfen.
 
 
 
 

 
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