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Kann man (und soll man) eine Epilepsie behandeln?

Einzelne epileptische Anfälle sind nicht gefährlich.

Sie führen nicht zu einer Zerstörung der Gehirnzellen.
 

Gründe für eine Behandlung

1. Medikamente können ein Ausheilen einer Epilepsie ermöglichen.
 
2. Anfälle bergen Gesundheitsrisiken.
  • Man kann sich im Alltag verletzen, z.B. durch Sturz oder Verbrennung.
  • Beim Baden oder Schwimmen kann man im Anfall ertrinken.
  • Anfälle beängstigen und verunsichern, weil sie zu jeder Zeit auftreten können.
  • Länger anhaltende große Krampfanfälle (sog. Status epilepticus) können eine dauerhafte Hirnschädigung verursachen.
  • Häufige Anfälle können Konzentration und Gedächtnis beeinträchtigen.
 
3. Anfälle erschweren das tägliche Leben.
  • Wer Anfälle hat darf meistens nicht Auto fahren.
  • Anfälle können Schwierigkeiten in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der Freizeit verursachen.
  • Anfälle verringern die Chance, einen Arbeitsplatz zu finden.
  • Die Lebensqualität steigt, wenn man dauerhaft anfallsfrei ist.
Bei diesen Aktivitäten kann ein Anfall gefährlich werden.

 

 

Ziel einer Behandlung ist es, weitere Anfälle zu verhindern.

Dafür gibt es Medikamente, die das Gehirn vor epileptischer Aktivität abschirmen. Die notwendige tägliche Menge muss bei jedem Menschen ermittelt werden. Durch Einnahme von Medikamenten können die meisten Epilepsiekranken dauerhaft anfallsfrei werden.
 

Dauerhafte Anfallsfreiheit ermöglicht ein Ausheilen der Epilepsie.

 
Unterschiedliche Formen von Epilepsien sprechen unterschiedlich gut auf eine Behandlung an. Bei manchen Formen werden 90% der Betroffenen anfallsfrei, bei anderen nur ca. ein Drittel. Wenn ein Epilepsiekranker unter Behandlung mehrere Jahre anfallsfrei bleibt, besteht eine gute Chance, dass sein Gehirn "verlernt", Anfälle zu bekommen. Man kann dann versuchen, die Medikamente langsam abzusetzen. Wenn dies gelingt, ohne dass wieder Anfälle auftreten, ist die Epilepsie ausgeheilt.
 
 
 

Geht es auch ohne Medikamente?

Meist kann man auf Medikamente nicht verzichten. Manchmal ist eine Veränderung der Lebensweise (z.B. der Schlafgewohnheiten) entscheidend. Einzelne Betroffene lernen, beginnende Anfälle mittels psychotherapeutischer Verfahren zu unterbrechen. Dies ist möglich, wenn der Epilepsiekranke den kommenden Anfall spürt (Aura). Schliesslich kann man überprüfen, ob eine operative Entfernung des kranken Hirnabschnittes möglich ist.
 
Frau S hat Anfälle, die mit einem Kribbel-Gefühl im rechten Arm beginnen (Aura) und nach etwa 10 Sekunden in einen Grand-mal-Anfall übergehen. Frau S. hat festgestellt, dass sie den Grand-mal-Anfall verhindern kann, wenn sie nicht an das Kribbel-Gefühl denkt, sondern sich auf ein ganz bestimmtes angenehmes Musikstück aus ihrer Kindheit erinnert.
 

Medikamente

Die Verkaufsnamen der Medikamente sind von den Arzneimittelfirmen erfunden worden. Für die Wirkung gegen Anfälle ist ein Wirkstoff verantwortlich, dessen Name auf der Medikamentenschachtel angegeben ist. Jede Tablette enthält eine bestimmte Menge des Wirkstoffs, beispielsweise die Medikamente "Tegretal 400" und "Carbamezepin AZU 400" enthalten beide den Wirkstoff "Carbamezepin" in einer Menge von 400 mg (0,4 Gramm). Sie werden von verschiedenen Firmen hergestellt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Viele Betroffene wissen, welche Umstände das Auftreten ihrer Anfälle begünstigen und versuchen, diese Umstände zu meiden.

 
 

 
Novartis

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