Hippokrates ersann das Wort Epilepsie. Epilepsie bedeutet soviel wie "Überraschender Angriff".
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430 Jahre v. Chr. schrieb Hippokrates sein Buch "Über die heilige Krankheit". Darin wird zum ersten Mal der Ausdruck Epilepsie verwendet. Seine Beschreibungen epileptischer Anfälle sind sehr genau. Viele Beschreibungen und Bezeichnungen, die auch heute noch gültig sind, stammen aus dem 19. Jahrhundert.
William James West lebte von 1793 bis 1848. Er war praktischer Arzt in Tonbridge, England. Etwa vier Monate nach der Geburt seines Sohnes stellte er fest, dass das Kind immer wieder seine Augen gegen die Decke verdrehte und dass häufig ein Nicken des Kopfes auftrat. Er hat eine Epilepsieform sehr genau beschrieben, die heute als "West-Syndrom" bezeichnet wird.
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Hughling John Jackson lebte von 1835 bis 1911. Er war Arzt am London Hospital und wird als "Vater der modernen wissenschaftlichen Neurologie" bezeichnet. Nach ihm ist eine Form der fokalen Anfälle benannt ("Jackson-Anfälle").
Hans Berger entdeckte das EEG.Er schrieb 1929 einen Aufsatz mit dem Titel: "Über das Elektroenkephalogramm des Menschen". Erst später wurde die Bedeutung des EEG für Untersuchung und Behandlung von Epilepsien erkannt.
Seit etwa 100 Jahren führen Experimente verstärkt zu neuen Erkenntnissen über Epilepsien. |
![]() Hans Berger
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In der Folge der Entdeckung des EEG konnten typische epileptische Signale beschrieben werden.
Nachdem eine Technik entwickelt wurde, die es ermöglicht, eine feine Glasspitze in eine Nervenzelle zu stechen, konnten die typischen epileptischen Spannungsimpulse direkt aus der Zelle registriert werden. |
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| Diese Technik war auch Vorraussetzung dafür, die Kontakte zwischen den Nervenzellen näher zu studieren. Später wurde die "patch-clamp Technik" erfunden. E. Neher und B. Sakmann erhielten dafür 1992 den Nobelpreis für Medizin. Mit dieser Technik können die Kanäle der Zellwand untersucht werden. Es konnte so festgestellt werden, dass Calciumkanäle bei epileptischer Aktivität eine wichtige Rolle spielen. | ![]() |
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Unser Wissen über Epilepsien ist in vielen Jahrhunderten entstanden.
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Epileptische Aktivität der Nervenzellen wurde 1959 zuerst beschrieben.
Wenige Jahre vorher wurde die Mikroelektrodentechnik entwickelt. Mit Hilfe dieser Technik kann man die Aktivität einzelner Nervenzellen beobachten. Wenn man beispielsweise einen Tropfen Penicillin auf die Oberfläche des Gehirns gibt, entsteht unter dem Tropfen in der Rinde des Gehirns epileptische Aktivität (Fokus, Herd).

Die meisten Wirkstoffe gegen epileptische Anfälle wurden in den letzten 100 Jahren entdeckt.
Vor mehr als 100 Jahren wurden epileptische Anfälle mit Bromid behandelt, das in einzelnen Fällen auch heute noch verwendet wird.
Oft wurde die Wirksamkeit eines Wirkstoffs gegen epileptische Anfälle zufällig entdeckt. Auch heute noch werden neue Substanzen gegen Anfälle durch "Ausprobieren" im Tierexperiment entwickelt. So wurden beispielsweise in einem Forschungsinstitut in den USA in etwa 20 Jahren 15.000 verschiedene Substanzen daraufhin untersucht, ob sie Anfälle unterdrücken können. Der Bedarf an neuen Wirkstoffen ist immer noch groß, weil von vier Epilepsiekranken nur drei Kranke mithilfe von Medikamenten anfallsfrei werden.

Vor etwa 30 Jahren wurde die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT, auch Kernspintomographie) entwickelt.
Diese Technik kommt ohne Röntgenstrahlung aus und liefert sehr genaue Bilder vom lebenden Gehirn. Mit der MRT werden "Schnittbilder" vom Gehirn hergestellt, ohne den Schädel zu öffnen. Es werden meist senkrechte oder horizontale Schnittbilder hergestellt. Mit dem MRT können solche Bilder vom Inneren des Gehirns völlig ohne Verletzung hergestellt werden. Die Technik erfordert es aber, dass man 30 bis 60 Minuten sehr ruhig liegt und sich nicht bewegt. Mit der MRT werden heute (viel häufiger als früher) Strukturveränderungen im Inneren des Gehirns gefunden, von denen Anfälle ausgehen.

Man kann einen Apfel senkrecht (vom Stiel bis zur Blume) oder horizontal durchschneiden. Man sieht Schnittbilder vom Inneren des Apfels.



