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Epilepsie und Sport

Viele junge und alte Menschen erfreuen sich an ihrem Sport.

 
Er verbessert die Gesundheit und erhöht das Selbstwertgefühl. Ein generelles Verbot der sportlichen Betätigung ist meistens unbegründet. Die "Befreiung vom Schulsport" ist oft eher schädlich.
 

Die Verletzungsgefahr ist bei manchen Sportarten erhöht.

Gesunde ebenso wie Anfallskranke können sich beim Sport verletzen. Bei vielen Sportarten wie Federball, Tanzen, Tischtennis und Gymnastik ist das Verletzungsrisiko gleich. Andere Sportarten sind dagegen für Anfallskranke gefährlicher als für Gesunde. Wenn beispielsweise die Gefahr besteht zu ertrinken oder abzustürzen, dann müssen Vorsichtsmaßnahmen (z.B. Begleitperson, Sturzhelm, Schwimmhilfe) ergriffen werden.
 

Die Gefährdung hängt von der Art und Häufigkeit der Anfälle ab.

So besteht in vielen Fällen kein besonderes Risiko, wenn etwa vor Anfällen regelmäßig ein Vorgefühl (Aura) auftritt, die Anfälle nur zu bestimmten Tageszeiten (z.B. im Schlaf) auftreten oder Anfälle nur durch bestimmte, vermeidbare Umstände (beispielsweise Flackerlicht) ausgelöst werden.
Bei manchen Menschen besteht zusätzlich zur Epilepsie eine körperliche Beeinträchtigung (Ungeschicklichkeit, Verlangsamung). Dies ist natürlich bei der Auswahl der geeigneten Sportart mit zu berücksichtigen.
 
 
Sportarten, die unbedenklich sind.
Sportarten, die meist problematisch sind.
 

Verstärkte Atmung beim Sport bedeutet kein Risiko.

Jeder Anfallskranke kennt die vertiefte Atmung (sogenannte Hyperventilation) beim EEG. Eine solche verstärkte Atmung, die ohne körperliche Arbeit oder sportliche Aktivität stattfindet, kann die Anfallsbereitschaft erhöhen. Im EEG sieht man dabei typische Veränderungen. Selten wird dabei auch ein Anfall ausgelöst.
Die vertiefte Atmung beim EEG hat jedoch überhaupt nichts mit der Mehratmung bei körperlicher Anstrengung zu tun. Hierbei verbraucht der Körper durch die Muskelaktivität Sauerstoff, den er sich durch die vermehrte Atmung wieder zurückholt. Dies führt nicht zu einer Erhöhung der Anfallsbereitschaft sondern vermindert eher das Anfallsrisiko.
 

Sport macht Spaß und kann über schwierige Lebenssituationen hinweg helfen.

Bei sportlichen Betätigungen kann man allein oder mit anderen Menschen etwas unternehmen. Man kann sich ablenken oder einmal Ärger "abreagieren". Dies ist gerade für Menschen besonders wichtig, die ihre Erkrankung seit vielen Jahren ertragen müssen.
 
Wenn Anfälle oft auftreten sollten die Mitspieler über die Anfälle informiert sein.
Sie sollten wissen, wie ein Anfall aussieht und was sie im Fall eines auftretenden Anfalls zu tun haben. Das verhindert, dass die Mitspieler bei einem Anfall hilflos und ängstlich reagieren und vermindert beim Betroffenen die Angst, sich durch einen Anfall zu blamieren.
 

Ein generelles Sportverbot für Anfallskranke ist falsch und schadet den Betroffenen.

Bei der Auswahl einer geeigneten Sportart ist es sinnvoll, sich mit seinem behandelden Arzt zu beraten. Darüberhinaus helfen die im Anhang aufgeführten Einrichtungen gerne mit Informationsmaterial weiter.
 
 
 
 
 
Sportliche Aktivitäten von Anfallskranken sind erwünscht.
 
 
 

 
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