Die Medikamente können das Kind im Mutterleib schädigen.

Während der Schwangerschaft wird das Kind vollständig vom Körper der Mutter versorgt. Die Nährstoffe erreichen das Kind über die Blutbahn der Mutter. Auf demselben Weg können allle derzeit verfügbaren Anfallsmedikamente ebenso das Kind erreichen und Fehlbildungen verursachen. Bei epilepsiekranken Müttern kommt es zu Fehlbildungen etwa bei einem Kind von 20 Kindern. Aber auch gesunde Eltern können Kinder mit Fehlbildungen bekommen. So findet man allgemein bei 50 Geburten ein Kind mit Fehlbildungen, wie beispielsweise einem Herzfehler, einer Fehlbildung des Gesichts oder einer Rückenmarksschädigung.
Man kann das Risiko einer Fehlbildung verringern.
Für die Entwicklung des Kindes sind die ersten Wochen der Schwangerschaft von großer Bedeutung. In dieser Phase können Fehlbildungen entstehen. Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, sollte man vor einer Schwangerschaft mit seinem Arzt über folgende Punkte sprechen:
- Je weniger Wirkstoff-Arten eingenommen werden desto besser (am günstigsten: nur ein Wirkstoff)
- Die Menge des Wirkstoffs sollte so gering wie möglich sein.
- Es ist in der Regel besser, 2-3 mal täglich eine kleine Menge des Wirkstoffs einzunehmen, als 1 mal täglich eine entsprechend große Menge.
- Die Ernährung sollte ausreichende Mengen bestimmter Vitamine enthalten.
Ein Weglassen der Medikamente kann zu einer bedrohlichen Anfallshäufung (sogenannter Status epilepticus) führen, die Mutter und Kind in Gefahr bringt. Viele Mißbildungen können während der Schwangerschaft durch Ultraschall- und Fruchtwasseruntersuchungen frühzeitig erkannt werden.
Kinder von epilepsiekranken Eltern haben ein etwas höheres Risiko, an einer Epilepsie zu erkranken.
Epilepsien sind keine Erbkrankheiten.
Nur 2 bis 8% aller Kinder, deren Vater oder Mutter eine Epilepsie haben, erkranken ebenfalls an einer Epilepsie. Das genaue Risiko hängt von der Art der Epilepsie von Vater/Mutter ab. Wenn beide Eltern epilepsiekrank sind, ist das Risiko deutlich höher. Etwa 1% der Kinder gesunder Eltern erkranken später an einer Epilepsie. Während der Nazizeit wurden anfallskranke Frauen und Männer zwangsweise sterilisiert, weil man glaubte, damit die Epilepsie "ausmerzen" zu können. Was vererbt werden kann, ist die erhöhte Bereitschaft zu epileptischen Anfällen, wie sie bei vielen Menschen vorkommt, ohne dass je Anfälle auftreten.

In dem linken Bild sind 50 Elternpaare zu sehen. Jeweils ein Elternteil ist an Epilepsie erkrankt. In dem rechten Bild sind die 100 Kinder der Eltern gezeigt. Von den 100 Kindern werden nur etwa 5 Kinder an einer Epilepsie erkranken.
Darf ich mein Kind stillen, wenn ich Anfallsmedikamente nehme?

Bei den meisten Medikamenten ist die Menge aber so gering, daß das Kind ohne Bedenken gestillt werden kann.
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Eine Schwangerschaft sollte sorgfältig und frühzeitig geplant werden.
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