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Epilepsien sind noch nicht ausreichend erforscht

Viele Fragen der Erkrankten und der Ärzte zu den Epilepsien können erst dann beantwortet werden, wenn dazu Untersuchungen gemacht worden sind.

Wenn man beispielsweise herausfinden will, wie viele Kinder an einer Epilepsie erkanken werden, wenn Vater oder Mutter an einer Epilepsie erkrankt sind, dann muss man viele Betroffene fragen und Angaben sammeln. Man muss festhalten, an welcher Art von Epilepsie die Eltern erkrankt sind und an welcher die Kinder. Die Ergebnisse der Sammlung müssen dann verglichen werden mit der Zahl und der Art von Epilepsieerkrankungen von Kindern, deren Eltern nicht an einer Epilepsie erkrankt sind. Aus solchen Untersuchungen ergibt sich, wie groß das Risiko für anfallskranke Eltern ist, dass das Kind später auch Epilepsie bekommt.
 
Einige Erkrankte können nicht ausreichend mit Medikamenten behandelt werden.
Deshalb werden neue Stoffe gesucht, die als Wirkstoff gegen Anfälle eingesetzt werden können. Solche Stoffe werden zuerst an anfallskranken Tieren ausprobiert. Erst wenn in solchen Tierversuchen gezeigt wurde, dass der neue Stoff gegen Anfälle wirkt, dann kann er in einer Klinik am Menschen getestet werden.
 
Die Erprobung eines neuen Wirkstoffs gegen Anfälle beim Menschen erfolgt nach strengen Regeln.
 
Ein Test kann beispielweise folgendermaßen aussehen: Es werden mehrere gleiche Tablettenschachteln hergestellt und mit Buchstaben versehen. Alle Schachteln erhalten Tabletten, die gleich aussehen. Den Test-Wirkstoff enthalten nur 3 von 6 Schachtel. Die Tabletten in den anderen Schachteln enthalten keinen Wirkstoff (Placebo). Weder der Patient noch der Arzt wissen, ob in der Schachtel der Wirkstoff enthalten ist oder nicht. Beide wissen aber, dass in der Schachtel Tabletten mit Wirkstoff oder Tabletten ohne Wirkstoff enthalten sein können. Während der Behandlung werden Anfallshäufigkeit und Nebenwirkungen sorgfältig notiert. Nach Abschluss der Behandlung wird nachgesehen, ob die Tabletten mit Wirkstoff gegen Anfälle geschützt haben oder nicht.
Medikamentenschachteln, die einen neuen Wirkstoff enthalten
Neuer Test-Wirkstoff gegen Anfälle
Schachtel A
Neuer Test-Wirkstoff gegen Anfälle
Schachtel B
Neuer Test-Wirkstoff gegen Anfälle
Schachtel C
Neuer Test-Wirkstoff gegen Anfälle
Schachtel D
Neuer Test-Wirkstoff gegen Anfälle
Schachtel E
Neuer Test-Wirkstoff gegen Anfälle
Schachtel F

Nur 3 der 6 Schachteln enthalten den Wirkstoff.
 
Beispiel für die Auswertung der Erprobung eines neuen Wirkstoffs.
 
 
Die Abbildung zeigt die Anfallskalender der behandelten Patienten 1 bis 6. Die dargestellten Kalender zeigen die Häufigkeit der Anfälle 10 Tage vor Beginn der Behandlung und 18 Tage nach Behandlungsbeginn. Nach Abschluss der Behandlung wird nachgesehen, in welchen Schachteln der Wirkstoff enthalten war. In diesem Fall war der Wirkstoff in den Schachteln der Patienten 2, 5 und 6. Es zeigt sich eine gute antiepileptische Wirkung.
 

Es wird versucht, neue Wege der Behandlung zu gehen.

Das Computerbild mit der Kugel auf einer schiefen Ebene betrachtet ein Patient, dessen EEG abgeleitet wird. Das EEG wird in den Computer gegeben, der so programmiert ist, dass er Zeichen im EEG beachtet, die eine anfallsverhindernde Situation anzeigen. Je mehr von diesen Zeichen im EEG entstehen, desto mehr kleine Kugeln verschwinden, so dass die große Kugel nach unten rollen kann. Der Patient kann dadurch lernen, sein EEG so zu beeinflussen, dass Anfälle blockiert werden. Eine solche "Bio-Feedback"-Behandlung ist möglich, wenn ein Vorgefühl (Aura) vor einem Anfall vorhanden ist.
 
 

Es gibt viele Fragen zu den Epilepsien, die weiter erforscht werden müssen:

 
Wie kann man den Ort der Anfallsentstehung genau erkennen?
Wie "erlernt" das Gehirn Anfälle und kann ein Gehirn Anfälle "vergessen"?
Wie entsteht am Ort einer Hirnverletzung ein epileptischer Herd?
Warum sprechen manche Epilepsien auf Medikamente nicht ausreichend an?
 
 
 
 

 
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