Mit Hilfe eines Mikroskops werden die Nervenzellen sichtbar.
Das Gehirn besteht aus ca. 20.000.000.000 Nervenzellen. Wenn man die Zellen sehen will, dann muss man sie mit einem Mikroskop vergrößern. Die punktierten Linien in der Abbildung verdeutlichen die Vergrößerungen.

Jede Nervenzelle erzeugt Spannungsimpulse.
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| Die kurzen Spannungsimpulse (Aktionspotentiale) breiten sich entlang der Zelloberfläche aus. Über Zellausläufer erreichen sie andere Zellen im Gehirn oder beispielsweise Muskelzellen. Andere Nervenzellen werden durch die Impulse aktiviert oder gehemmt. Bei einer Aktivierung bilden sie ebenfalls kurze Spannungsimpulse und bei einer Hemmung werden die Impulse blockiert. Beispielsweise lösen solche Impulse in den Muskelzellen Bewegung aus. | Ein epileptischer Anfall beruht auf den langen Spannungsimpulsen (epileptische Depolarisationen, rot markiert), die in den Zellkörpern entstehen. Die langen Impulse werden in den Zellausläufern in maximal häufige kurze Spannungsimpulse umgewandelt. Daraus entstehen beispielsweise in der Muskulatur epileptische Muskelzuckungen. Warum Nervenzellen beginnen, epileptische Depolarisationen zu bilden, das ist nur zum Teil bekannt. |
Die normale Aktivität im Gehirn ist durch eine scheinbare Regellosigkeit gekennzeichnet.
Wenn man die kurzen Spannungsimpulse durch schwache Lichtblitze sichtbar machen könnte, dann würde das Gehirn in allen Regionen fast gleichmäßig flimmern. Bei genauem Hinsehen würde man aber feststellen, dass das Flimmern in den Regionen des Gehirns etwas intensiver ist, die gerade besonders aktiv sind. In den Abbildungen sind die Lichtblitze durch Punkte wiedergegeben. Mehr Punkte in einer Region bedeuten höhere Aktivität. Hören beispielsweise findet an bestimmten Orten im Gehirn statt. Wenn man eine Musik hört, dann ist dieser Ort ("Hörregion") besonders aktiv (1). Wenn man zur Musik tanzt, dann ist zusätzlich eine "Bewegungsregion" aktiv (2).

Bei epileptischer Aktivität sind sehr viele Nervenzellen "im Gleichschritt" aktiv.
| Die epileptischen Spannungsimpulse der Nervenzellen stören die Funktion des Gehirns. Sind alle Teile des Gehirns davon betroffen, dann sind Wahrnehmung, Denken und Bewusstsein unterbrochen. Bei einem Anfall wird das Flimmern der normalen Aktivität durch epileptische Aktivität (rot markiert) ersetzt. Im Bild 1 tritt in der "Bewegungsregion" epileptische Aktivität auf. Es kommt zu Muskelzuckungen, zum Beispiel im Arm. In den anderen Teilen des Gehirns sind die Funktionen (z.B. Hören, Sehen, Sprechen) nicht gestört. Breitet sich die Aktivität im Gehirn aus, dann werden auch andere Körperteile von den Zuckungen erfaßt (Bild 2 und 3). Ist das gesamte Gehirn epileptisch aktiv, sind alle normalen Funktionen unterbrochen und der betroffene Mensch ist bewußtlos (Bild 4). |
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